Der Stoa-Blog

Ein philosophischer Blog – au weiha…

Der Bewusstseinsstrom

In Bewusstseinsstrom fließen die Erregung über alles Mögliche ineinander. Bei dieser wirren Anhäufung wird es schwierig, zwischen wichtigen und unwichtigen Themen zu unterscheiden. Wahrscheinlich leiden auch viele Berufsprotestanten an dieser Orientierungslosigkeit. Meisterhaft beherrschen die Grünen den Protest als Selbstzweck. In Frankfurt protestieren die Grünen einst gegen die Erweiterung des Flugbetriebs.
In Berlin setzen sich die Grünen für die schnelle Eröffung des Flughafens Berlin Brandenburg ein.

Waffen schaffen Wohlstand

Deutschlands Wohlstand beruht auch auf Waffenexporten. Unmoralisch sind sie trotzdem. Aus stoischer Sicht muss Deutschland weniger Wohlstand ertragen, um moralisch richtig zu handeln. Was wären die Folgen? Mit einer restriktiven Exportpolitik stünde weniger Geld für die soziale Absicherung der Schwächeren zur Verfügung. Wer würde in Deutschland am meisten leiden? Diejenigen, die sich nicht auf ihre Landgüter zurückziehen können. Radikale Pazifisten stammen zumeist aus besserem Hause.
Bedenken bei der SPD, ein weitgehender Konsens in der Großen Koalition, die deutschen Tötungsmaschinen zu liefern. Dass in der saudischen Rechtsordnung Steinigungen, Amputationen und Auspeitschungen vorgesehen sind, spielt dabei keine Rolle. In der Praxis werden zwar nur noch wenige Steinigungen und Amputationen durchgeführt, doch die Körperstrafe der Auspeitschung gilt als üblich. 10 Jahre Haft und 1000 Peitschenhiebe wurden über den Blogger Raif Badawi verhängt.

Panzerbau und Arbeitsplätze

Der Panzerbau ist eine hochtechnisierte Industrie. Man darf annehmen, dass dort Fachkräfte arbeiten, an denen nach Angabe der Regierung und der großen Medien in Deutschland ein Mangel herrscht. Dieser Logik zufolge könnte man die Waffenschmieden bedenkenlos zusperren. Aber würde dies nicht unsere Verteidigungsfähigkeit einschränken? Nein, denn diese Waffenfabriken beliefern ja auch unsere zukünftigen Kriegsgegner!

Kriegsgegner Saudi-Arabien

Politische Konstellationen können sich über Nacht ändern. Die Taliban wurden einst vom Westen unterstützt, um die sowjetische Kontrolle von Afghanistan einzuschränken. Saddam Hussein war eine westliche Marionette gegen Khomeini. Aus Verbündeten wurden Feinde. Eines Tages wird Saudi-Arabien seinen Status als Verbündeter des Westens verlieren. Immerhin, bei einem militärischen Konflikt wäre die Bewegungsfähigkeit und Verwundbarkeit der saudischen Panzer gut einzuschätzen. Zudem erleichtern die Lieferscheine der deutschen Panzerbauer die Arbeit der UN-Waffeninspekteure. Gut zu wissen für die kriegsvorbereitende und kriegsbegleitende Propaganda.

Westliche Werte

In der Realpolitik spielen die “Werte” keine Rolle. Die Politiker müssen gewählt werden, und man kann eben nicht von heute auf morgen die deutsche Rüstungsindustrie, die drittgrößte der Welt, in eine Fahrradindustrie umwandeln. Als politisches Ziel ist die Verringerung der deutschen Rüstungsexporte, falls dies je ernsthaft angestrebt wurde, unter der Exportpraxis der rot-grünen Regierung von 1998-2005 grandios gescheitert. Wertorientiertes Leben und Handeln bleibt eine individuelle Gewissensentscheidung. Nur einzelne können es wagen, sich aus dem zerstörerischen Kreislauf von Ölimport und Waffenexport herauszunehmen. Politisch wird dies in Deutschland folgenlos sein.
Es braucht deutliche Ereignisse, um den Krieg als Wahn sichtbar werden zu lassen. Im ehemaligen Jugoslawien arbeiten nun Bosnier, Kroaten und Serben daran, die durch das Hochwasser angeschwemmten Minen und Granaten unschädlich zu machen, anstatt sie aufeinander zu werfen. Kriegsmüde ist das Land.

Kreislauf des Krieges

In Deutschland juckt der Finger am Abzug. Afrikas Bodenschätze locken! Partnerschaftliche Handelsbeziehung aufzubauen, ist eine sehr komplexe Angelegenheit, simpel ist dagegen der militärische Kreislauf: Deutschland unterstützt die islamischen Fundamentalisten via Saudi-Arabien, um sie anschließend militärisch zu bekämpfen.
Kommentieren lässt sich die neue deutsche Kriegspolitik in Afrika nur mit einem Zitat des Philosophen und Politikers Cicero: “Die Welt ist ein Irrenhaus”. Quelle: “Stultorum plena sunt omnia.”- Ad familiares (Briefe an Freunde) IX, XXII.

Zyniker oder Stoiker

Der Unterschied zwischen den Zynikern und den Stoikern ist ihrer jeweiligen Haltung zur Veränderbarkeit der zwischenmenschlichen und politischen Verhältnisse zu finden. Beide stellen die Ethik in den Vordergrund, also die Betrachtung dessen, was der Mensch lassen oder tun sollte. Beide sind keine Fanatiker, keine blinden Idealisten. Doch während der Stoiker noch an eine Veränderung glaubt, wenn auch nur in kleinen Schritten, hat der Zyniker jede Hoffnung aufgegeben. Der Mensch ist aus zynischer Perspektive in keinster Weise erziehbar. Passend dazu ist diese Anekdote über den berühmten Zyniker Diogenes überliefert:

“Als Diogenes einige Frauen, die Selbstmord begangen hatten, an einem Baum hängen sah, wünschte er sich: Ach wenn doch nur alle Ölbäume solche Früchte trügen.”

Macht die Stoa glücklich?

Ob die Stoa glücklich mache? Die Stoa ist eine Philosophie der Krise. Sie macht nicht unbedingt glücklich, aber sie tröstet über das vermeintlich Schlimmste hinweg. Epiktet schreibt im Handbüchlein der Moral:

“Nicht die Dinge selbst beunruhigen die Menschen, sondern die Meinungen und die Urteile über die Dinge.”

Wachstum über alles

Wachstum der Unterschicht
Auch wenn es die Linken anders behauptet. In Deutschland lebt die Mehrheit noch in Wohlstand. Sie empört sich über Banalitäten wie Schlaglöcher. Doch von der wachsenden Unterschicht grenzt sich die Mittelschicht ab. Man behauptet, die Armen seien vom Sozialsystem so verwöhnt, dass sie keine Lust zur Arbeit hätten. Weil den Armen in Deutschland eine politische Partei fehlt, die ihre Interessen vertritt, boomen die Verschwörungstheorien. Die Medien gießen durch ihre märchenhafte Berichterstattung Öl ins Feuer. Sie fantasieren von sinkenden Preisen, Vollbeschäftigung und Fachkräftemangel, während sich die Anzahl von Suppenküchen und Kleiderkammern erhöht. Nach dem Krieg durften die Suppenküchen so heißen, weil alle hingehen. Sie diskriminierten die Hilfebedürftigen nicht. Der Gang zur Tafel eine soziale Hinrichtung. Die unteren 20 Prozent der Bevölkerung sind nicht mehr Teil der öffentlichen Debatte. Als Folge wenden sich die Ausgestoßenen den Verschwörungstheoretikern zu. Die Radikalen und Verrückten werden in Deutschland populär wie Islamisten in Ländern mit Armut und Hunger. Antisemitismus, Esoterik, die Erschaffung des Neuen Menschen? Alles geht. An irgendwas klammern sich die Verzweifelten eben.
Wie ist diese politisch ungesunde Entwicklung zu stoppen? Es ist ganz einfach. Wir brauchen in Deutschland weniger Wachstum. Ein guter Schritt wäre der freiwillige Verzicht der Reichen auf ihren Vermögenszuwachs. Sie könnten ihre Zinsgewinne denen abgeben, die gar nichts haben. Das ist natürlich völlig utopisch. Aber stoisch.

Die Klimakirche

Mit stoischer Ruhe muss man ertragen können, was manche Prediger der Klimakirche an Metaphern emittieren:

„Der Hochgeschwindigkeitszug zur Minderung der Treibhausgase muss jetzt schnell losfahren […] die gesamte Weltgemeinschaft muss darauf aufspringen.“

Quelle: FR
Der Experte, der hier zum gefährlichen Eingriff in den Eisenbahnverkehr aufruft, ist Vorsitzender des Weltklimarates (IPCC). Read more