{"id":193,"date":"2024-01-14T00:51:46","date_gmt":"2024-01-13T23:51:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.stoa.blog\/?p=193"},"modified":"2024-11-02T16:04:41","modified_gmt":"2024-11-02T15:04:41","slug":"epiktet-handbuechlein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.stoa.blog\/en\/epiktet-handbuechlein\/","title":{"rendered":"Wer schrieb das Handb\u00fcchlein der Moral?"},"content":{"rendered":"<p class=\"has-text-color has-link-color has-large-font-size wp-elements-4ebb358cccaccfc4334c0a834f3af111\" style=\"color:#000000\">Antwort: Epiktet schrieb das Handb\u00fcchlein der Moral.<\/p>\n\n\n\n<p>Und schon sind wir bei Beitrag Nummer vier im <strong>Stoa.Blog<\/strong>. Heute geht es um einen Sklaven, der sich als Philosoph nicht nur bei zwei r\u00f6mischen Kaisern einen Namen machte. Sein Hauptwerk hat bis heute nichts an G\u00fcltigkeit verloren.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Der Stoiker Epiktet<\/h2>\n\n\n\n<p>Der Geburtsort des Sklaven und sp\u00e4teren Philosophen Epiktet liegt&nbsp;wahrscheinlich in Hierapolis (Phrygien), das heute zur T\u00fcrkei geh\u00f6rt. Sein Geburtsdatum wird auf etwas 55 nach Christus gesch\u00e4tzt. In Rom war er Sklave von Epaphroditus. Nach Neros&nbsp;Tod Jahre&nbsp;erhielt Epiktet die Freiheit, wurde Sch\u00fcler von Musonius Rufus&nbsp;und sp\u00e4ter selbst Lehrer. Wie einst Sokrates in Athen ging&nbsp;Epiktet in&nbsp;Rom umher und verwickelte die B\u00fcrger in philosophische Gespr\u00e4che.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Domitian verbannt die Philosophen<\/h2>\n\n\n\n<p>Unter Kaiser Domitian setze eine Verbannung vom Philosophen ein, und Epiktet musste Rom verlassen. In der Stadt Nikopolis im Nordwesten Griechenlands gr\u00fcndete er schlie\u00dflich seine eigene Schule, wo er Logik, Physik und Ethik unterrichtete, die drei Grunddisziplinen der stoischen Philosophie. Der Ort lag verkehrsg\u00fcnstig an einer Hauptstra\u00dfe zwischen Rom und Athen. Viele R\u00f6mer und Griechen besuchten seine Schule, darunter Hadrian, der Kaiser Roms von 117-138. Auch Lucius Flavianus Arrianus Xenophon, kurz Arrian, h\u00f6rte die Lehre Epiktets.&nbsp;<br><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Das philosophische Erbe Epiktets<\/h2>\n\n\n\n<p>Es ist Kaiser Lucius Flavius Arrianus, kurz Arrian (85\u201390, \u2020 nach 145\/146) zu verdanken, dass die Lehre Epiktets nicht verloren gegangen ist. Denn wie einst Sokrates hat auch Epiktet selbst nichts Schriftliches hinterlassen. Arrian h\u00f6rte die Vorlesungen Epiktets und stellte die Unterredungen (Diatribai) und das&nbsp;Handb\u00fcchlein der Moral (Encheiridion) zusammen. Das Handb\u00fcchlein wurde sehr popul\u00e4r. Marc Aurel (121-180), der Stoiker auf dem Kaiserthron, hat sich bei der Verfassung seiner Memoiren&nbsp;von Epiktet inspirieren lassen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Der Mensch Epiktet<\/h2>\n\n\n\n<p>\u00dcber den Menschen Epiktet ist nur wenig bekannt. Wahrscheinlich litt der an einer L\u00e4hmung, verursacht entweder durch die Grausamkeit seines Herrn Epaphroditus oder eine rheumatische Erkrankung. Ferner ist bekannt, dass Epiktet ein sehr einfaches Leben f\u00fchrte, in hohem Alter heiratete und ein Waisenkind aufnahm.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Aus dem Handb\u00fcchlein der Moral<\/h2>\n\n\n\n<p>Nicht die Dinge selbst, sondern die Meinungen von den Dingen beunruhigen die Menschen. So ist z.B. der Tod nichts Schreckliches, sonst w\u00e4re er auch dem Sokrates so erschienen; sondern die Meinung von dem Tod, da\u00df er etwas Schreckliches sei, das ist das Schreckliche. Wenn wir nun auf Hindernisse sto\u00dfen, oder beunruhigt, oder bek\u00fcmmert sind, so wollen wir niemals einen andern anklagen, sondern uns selbst, das hei\u00dft: unsere eigenen Meinungen. Sache des Unwissenden ist es, andere wegen seines Mi\u00dfgeschicks anzuklagen; Sache des Anf\u00e4ngers in der Weisheit, sich selbst anzuklagen; Sache des Weisen, weder einen andern, noch sich selbst anzuklagen.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote has-medium-font-size is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Nicht die Dinge selbst, sondern die Meinungen von den Dingen beunruhigen die Menschen. <\/p>\n<cite>Epiktet<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Sei auf keinen fremden Vorzug stolz. Wenn das Pferd sich stolz erhebend spr\u00e4che: wie sch\u00f6n bin ich! so k\u00f6nnte man sich das gefallen lassen. Wenn aber du selbst voll Stolz spr\u00e4chest: welch ein sch\u00f6nes Pferd habe ich! so wisse, da\u00df du auf die Vorz\u00fcge deines Pferdes stolz bist. Was ist nun aber dein? Der Gebrauch deiner Vorstellungen! Wenn du also von deinen Vorstellungen einen naturgem\u00e4\u00dfen Gebrauch machst, dann magst du stolz sein; denn alsdann bist du stolz auf einen Vorzug, der dir geh\u00f6rt.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Antwort: Epiktet schrieb das Handb\u00fcchlein der Moral. Und schon sind wir bei Beitrag Nummer vier im Stoa.Blog. Heute geht es um einen Sklaven, der sich als Philosoph nicht nur bei zwei r\u00f6mischen Kaisern einen Namen machte. Sein Hauptwerk hat bis heute nichts an G\u00fcltigkeit verloren. Der Stoiker Epiktet Der Geburtsort des Sklaven und sp\u00e4teren Philosophen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-193","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-stoizismus"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.stoa.blog\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/193","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.stoa.blog\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.stoa.blog\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.stoa.blog\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.stoa.blog\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=193"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.stoa.blog\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/193\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":372,"href":"https:\/\/www.stoa.blog\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/193\/revisions\/372"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.stoa.blog\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=193"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.stoa.blog\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=193"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.stoa.blog\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=193"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}